Ugrás a tartalomhoz

Digitale Methodik und Inhaltmodernisierung der ungarischen zahnmedizinischen Hochschulausbildung auf Ungarisch, Englisch und Deutsch

Dr. András Fulmer, Dr. Ágnes Bán, Dr. Balázs Gaszner, Dr. Balázs Nagy, Dr. Balázs Sándor, Dr. Bálint Molnár, Dr. Bálint Nemes, Dr. Beáta Benke, Dr. Beáta Kerémi, Dr. Dániel Németh, Dr. Dávid Nagy, Dr. Dezső Szombath, Dr. Dorottya Frank, Dr. Dóra Ottóffy-Kende, Dr. Edina Lempel, Dr. Enikő Orsi, Dr. Erzsébet Bori, Dr. Gábor Gelencsér, Dr. Gábor Kiss, Dr. Gábor Varga, Dr. Gejza Herényi, Dr. Gyula Marada, Dr. Ildikó Szántó, Dr. Iván Mandel, Dr. József Blazsek, Dr. József Szalma, Dr. Judit Rostási-Szabó, Dr. Katalin Vajda, Dr. Katalin Várnai, Dr. Károly Krajczár, Dr. Kristóf Kádár, Dr. Máté Jász, Dr. Pál Tóth, Dr. Tibor Hollósy, Dr. Zsolt Lohinai, Dr. Zsolt Ferenc Németh, Dr. Zsófia Katalin Muzsek, Dr. Zsuzsanna Gurdán, Universität Pecs Institut für Zahnmedizin und Mundchirurgie, Semmelweis Universität Orale Biologie Lehrstul, Dialog Campus Verlag - Nordex GmbH (2014)

Universität Pécs; Semmelweis Universität; Dialog Campus Verlag - Nordex GmbH

Kapitel 2. 2. Kinderzahnkeilkunde und Kieferorthopedie

Kapitel 2. 2. Kinderzahnkeilkunde und Kieferorthopedie

Inhaltsverzeichnis

2.1. Diagnostische Verfahren in der Kinderzahnheilkunde. Medikamententherapie. Entwicklungsstörungen – Ildiko Szanto
Diagnostische Methoden in der Kinderzahnheilkunde
Pharmakologisches Managment von Schmerz, Fieber und Angst
Zahnentwicklungsstörungen und ihre Behandlung
Vorschläge für die Therapie von Zahnentwicklungsstörungen
2.2. Karieslaesionen und Folgeerkrankungen im Milchzahngebiss – Ildiko Szanto
Karakteristiken im Milchzahngebiss
Der pathologische Fortschritt des Karies
Behandlung des Milchzahnkaries
ECC (early childhood caries, rampant caries, zirkulär caries, Baby-bottle caries)
Folgekrankheiten
Endodontische Behandlungen in der Kinderzahnheilkunde
2.3. Traumatische Läsionen im Milchgebiss – Ildiko Szanto
Epidemiologie und Ätiologie von Zahntraumata
Die Klassifizierung von Zahnverletzungen (Tabelle 1)
Verletzungen der Milchzähne
Patientenuntersuchung
Die Behandlung von traumatischen Läsionen im Milchgebiss nach der Diagnose
2.4. Kariologische Laesionen und Folgeerkrankungen im jungen bleibenden Gebiss – Ildiko Szanto
Die Reihenfolge der Eruption (Durchbruchzeit, Eruptionszeit) der bleibenden Zähne
Die Grundprinzipien der Versorgung von bleibenden Zähnen mit Karies
Behandlung der Folgeerkrankungen der Karies
2.5. Trauma von jungen bleibenden Zähnen – Ildiko Szanto
Junge bleibende Zähne
Endodontische Behandlung von jungen bleibenden Zähnen
Die Diagnose und Behandlung von verletzten jungen bleibenden Zähnen
Traumaprevention
Testfragen
2.6. Die häufigsten Zahn- und Kieferveränderungen – Kata Vajda
Die Ätiologie der kieferorthopädischen Anomalien
Die Klassifizierung der Gebissveränderungen
2.7. Diagnostik, Behandlungsplan von Zahnregulierungsabweichungen – Kata Vajda
Anamnese
Klinische Untersuchung
Funktionalanalyse
Untersuchung der funktionalen Veränderungen
Fotoanalyse
Röntgenuntersuchung
Computertomographie
Gipsmodellanalyse
2.8. Die Methoden der Zahnregulierungsbehandlungen – Kata Vajda
2.9. Komplexe kieferorthopädische Fälle – Dorottya Frank
Kooperation mit der Kinderzahnheilkunde
Kooperation mit dem Prothetiker
Die Kooperation mit dem Parodontologen
Kooperation mit dem Oralchirurg
2.10. Patienten mit der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten – Dorottya Frank
Die Ätiologie
Das Auftreten der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Spaltformen- Die Klassifikation der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Die Versorgung der mit Spalten geborenen Kinder
Die komplexe Behandlung der Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Die kieferorthopädische Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
2.11. Kontrolle der behandelten Patienten – Dorottya Frank
Retention und Rezidiv als mögliches Risiko nach aktiven kieferorthopädischen Zahnbewegungen
Definition der kieferorthopädischen Retention
Ätiologie des Rezidivs
Planung der Retentionsphase
Dauer der kieferorthopädischen Retention nach aktiver Behandlung
Retentionsgeräte nach aktiver kieferorthopädischer Behandlung
Malokklusionen wenn herausnehmbare Geräte nötig sind
Malokklusionen wenn festsitzender lingualer permanent Retainer nötig ist
Malokklusionen wenn Retentionsbehandlung unnötig ist
Aktive „Retentionsgeräte“
Retentionsmöglichkeiten bei verschiedenen Okklusionsproblemen
Vorgehensweisen bei der Retention
Postretentionsphase

2.1. Diagnostische Verfahren in der Kinderzahnheilkunde. Medikamententherapie. Entwicklungsstörungen – Ildiko Szanto

Diagnostische Methoden in der Kinderzahnheilkunde

Patientenanamnese

Die Behandlungen sind abhängig von der detailierten medizinischen und dentalen Anamnese des Patienten. Die Anamneseerhebung bei Kindern unterscheidet sich signifikant von der bei Erwachsenen. Die Anamnese ist ebenso eine gute Gelegenheit das Kind und die Eltern kennenzulernen. Tabelle 1. zeigt einen systematisch aufgebauten Fragebogen mit grundlegenden Fragen die zum medizinischen Zustand der Kindes gefragt werden müssen.

Die Fragen können in vier Kategorien geteilt werden: Persönliche Details, Bestehende Beschwerden, Medizinische Vorgeschichte und Dentale Anamnese. Die allgemeine Anamnese sollte auch Fragen zur Schwangerschaft, Geburt, Wachstum und Entwicklung sowie momentane medizinische Behandlungen enthalten.

Familien- und Sozialanamnese kann auch wichtig für den Behandlungsplan sein, jedoch sind diese Informationen für viele zu vertraulich.

Bei Minderjährigen (unter 16 Jahren) ist eine Heteroanamnese (die Informationen kommen nicht von den Patienten, sondern von einer bekannten Person) erforderlich.

Tabelle 2.1. Tabelle 1. – Patientenanamnese

Alter (Monate oder Jahre)GeschlechtKörpergewicht (kg-s)  
Was ist passiert, Warum der BesuchWoWannWieZeugen 
Was ist schmerzhaftWoSeit wannWie kann es gelindert werdenWas löst es aus 
Andere SymptomeFieberSeit wannTemperaturWie wird es vermindert 
Schlechter ZustandSchwächeSchwindel, ErbrechenSchläfrig 
AppetitEssenFlüssigkeitszufuhr  
MedizinWasWie vielWann  
Allgemeine KrankheitenTypGescreent oder nichtMedizinAllergien 
FamilienerkrankungenElternGeschwister   
Präventive AnamneseOrale HygieneDiätFluoridierung  
ImpfungenObligatorischTetanusWann war die letzte Impfung 


Tabelle 2.2. Tabelle 2. – Zeigt die Details der extraoralen Anamnese

SchädelMaxillaMandibula 
GesichtssymmetireWenn asymmetrisch, Warum, Seit wann
Augen, Periorbitale GewebeGröße der PupillenAugenbewegungPeriorbitale Blutungen
HautWundenKratzerFlecken (rot / weiss)
Lymphknoten im gesamten Kraniofazialen Gebiet


Intraorale Untersuchung

Die intraorale Untersuchung kann nur durchgeführt warden mit dem Patienten im Behandlungsstuhl.

Wichtig für die Untersuchung:

  • Die Position des Patienten (Sitzend, Liegend, Angewinkelt)

  • Beleuchtung (Zirka 20000 lux)

  • Ausrüstung (Pinzette, Sonde, Spiegel, Parodontalsonde, Luft – Wasser - Spritze)

Tabelle 2.3. Tabelle3. – Intraorale Untersuchung

LippenMundwinkelWangeParotis 
VestibulumMundschleimhautFrenulum  
GingivaVestibulärer BereichOraler BereichPapillenSulcus, CPITN
PalatumHartWeichPalatinal BögenTonsillen
ZungeOberflächeBewegungGrößeFrenulum
MundbodenSpeicheldrüsenRetromolare, Sublinguale Region
ZähneKaries, Parodontale und Entwicklungskrankheiten
OkklusionKlassifikation


Abbildung 2.1. Illustration 1. – Untersuchung von Neugeborenen

Illustration 1. – Untersuchung von Neugeborenen

Abbildung 2.2. Illustration 2. – Untersuchung von Neugeborenen

Illustration 2. – Untersuchung von Neugeborenen

Abbildung 2.3. Illustration 3. – Untersuchung von kleinen Kindern

Illustration 3. – Untersuchung von kleinen Kindern

Abbildung 2.4. Illustration 4. – Sicherheitsposition mit der Hilfe der Eltern

Illustration 4. – Sicherheitsposition mit der Hilfe der Eltern

Darstellungsmöglichkeiten

Darstellungsmöglichkeiten in der zahnärztlichen Routine:

  • Photographien (Wichtiger Teil der Dokumentation)

  • Intraorale Röntgenaufnahmen

    • Periapikal

    • Bissflügel

    • Okklusal

  • Extraorale Röntgenbilder

    • Panoramaaufnahmen (Orthopantomogramm, OP)

    • Laterale Cephalometrische Röntgenaufnahmen

Andere nicht routinemäßigen Darstellungen können der Diagnose- und Behandlungsplanerstellung helfen. Beispiele sind Cone – Beam Computertomographie (CBCT), Magnet Resonanz Tomographie (MRT), Ultraschall.

Gewöhnliche Röntgenbilder warden in der Kinderzahnheilkunde für die Diagnose, das Beobachten der facialen Entwicklung und für die Überwachung der Therapiefortschritts verwendet. Wegen der Strahlenakkumulatin während des Lebens sollte jede Möglichkeit genutzt warden die Strahlenbelastung zu reduzieren.

Röntgenbilder sollten nur gemacht werden wenn das Resultat der Behandlung unentbehrlich

ist. Website der American Academy of Pediatric Dentistry (www.aapd.org)

Röntgenuntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Untersuchung, jedoch sollten Entscheidungen über Behandlungen niemals nur auf ihnen beruhen.

Manachmal ist die Lokalisation eines Problems von nöten (Impaktierter Zahn, Dens supernummerarius, etc.). Es ist wichtig vor der Erstellung des Behandlungsplans zu wissen ob das Problem von bukkaler Seite oder von lingualer Seite erreicht werden kann. CBCT kann ein Mittel der Wahl sein. In manchen Fällen kann jedoch ausreichende Information von intraoralen Röntgenbildern erlangt werden. Diese speziellen Methoden sind: Miller´s Rechter Winkel Methode, Clark`s shift shot). Auf diese Weise kann die Strahlenbelastung reduziert werden.

Miller’s Rechter Winkel Technik

Nach der Identifizierung des Problems auf der periapikalen Aufnahme wird eine okklusale Projektion mit dem Röntgenstrahl im rechten Winkel zum Strahl der periapikalen Aufnahme.

Clark’s Tube Shift Methode (SLOB Regel)

Sie wird verwendet um die bukkale oder linguale Position eines Objektes (Impaktierter Zahn, Wurzelkanal, etc.) in Relation zum Referenzpunkt (meistens ein Zahn). Nachdem ein Röntgenbild von dem Objekt gemacht wurde wird die Röhre des Röntgengerätes nach mesial oder distal verschoben (Wenn kein digitaler Sensor verwendet wird bleibt dieser am selben Ort).

SLOB (Same Lingual, Opposite Buccal) Regel:

  • Linguale Lokalisation: Auf dem Röntgenbild wandert das zu untersuchende Objekt vom Referenzpunkt in dieselbe Richtung in welche die Röntgenröhre bewegt wurde (mesial oder distal).

  • Bukkale Lokalisation: Auf dem Röntgenbild bewegt sich das Objekt vom Referenzpunkt aus in die entgegengesetze Richtung in welche die Röhre bewegt wurde (mesial oder distal).

1. video

Zusätzliche Geräte zur Diagnostik:

  • Fiberoptic transillumination (FOTI). Basiert auf der Transillumination der Zähne. Die Transluzenz von kariösem Schmelz ist unterschiedlich zum gesunden Schmelz. Der diagnostische Wert ist begrenzt, es kann jedoch dazu verwendet werden die Indikation von präventiven Maßnahmen und Bite Wing Aufnahmen zu unterstützen. (Huysmans MC, 2011)

  • Laser/Licht Fluoreszenz (Qunatitative light fluorescence-QLF). Es gibt einen Verlust von Fluoreszenz im kariösen Schmelz.

Andere diagnostische Möglichkeiten

  1. Pulpa Vitalitätstests

    • Thermische Tests (Kalt, oder warm)

    • Elektrischer Pulpa Tester (EPT)

    • Laser Doppler flowmetry (LDF).

    EPT und thermische Tests betreffen nur die Nervenversorgung der Pulpa, wohingegen LDF es ermöglicht, die Blutversorgung der Pulpa zu testen ohne eine Möglichkeit für subjective Reaktionen. Für thermische Tests wird ein Kältespray (-50°C) verwendet (Heißes Guttapercha kann auch verwendet werden). Stimulationen der Gingiva können falsche Reaktionen des Patienten auslösen, wobei Oberflächenanästhesie der marginalen Gingiva die Reizantwort nicht significant beeinflusst. (Asfour et al. 1996). Die Reaktion von kleinen Kindern (besonders mit Milchgebiss) ist nicht verlässlich. Ihre Aufgeregtheit kann zumal während dem Test noch zunehmen. Die Zähne können sehr verschieden reagieren, die ist abhängig vom Stadium der Wurzelentwicklung. Manchmal zeigen die Zähne keinerlei Reaktion wenn die Wurzelformation noch nicht abgeschlossen ist, da sie Innervation noch inkomplett ist.

  2. Diagnostische Modelle: Für die allgemeine Dokumentation, Orthodontische Behandlungs- und komplexe restaurative Behandlungsplanung

  3. Karies Aktivitätstest

  4. Bluttest

  5. Mikrobiologische Untersuchung: Jeglicher Eiter sollte an ein Mikrobiologisches Labor geschickt werden um Sensitivitätstests durchzuführen.

  6. Histologische Untersuchung

ICDAS (International Caries Detection and Assesment System):

  1. Gesund auch nach 5 Sekunden Trocknung Erste sichtbare Veränderung im Schmelz (nur sichtbar nach langer Lufttrocknung oder beschränkt auf ein Grübchen oder Fissur)

  2. Deutlich sichtbare Veränderung im Schmelz (Zahn sollte feucht betrachtet werden)

  3. Lokalisierter Schmelzverfall nach 5 Sekunden Trockung (ohne klinisch sichtbare Zeichen dass das Dentin betroffen ist)

  4. Tiefliegender schwarzer Schatten vom Dentin

  5. Definitive Kavität mit sichtbarem Dentin welche weniger als die Hälfte der Zahnoberfläche betrifft

  6. Große definitive Kavität mit sichtbarem Dentin welche mindestens die Hälfte der Zahnoberfläche betrifft

Die aufgestellte Diagnose bestimmt den Behandlungsplan mit der folgenden Sequenz:

  1. Notfallbehandlungen (Blutung, Entzündung, Schmerz)

  2. Präventive Maßnahmen (Professionelle und private Mundhygiene)

  3. Chirurgische Behandlungen

  4. Restaurative Behandlungen

  5. Orthodontische Behandlungen

  6. Recall und Nachfolgeuntersuchungen

Die Untersuchungsmethoden sind die gleichen bei unkooperativen Kindern, trotzdem sind wir gezwungen Kompromisse zu machen. In Extremfällen wird die Untersuchung unter Vollnarkose durchgeführt. Eine persönliche Beziehung zwischen dem Patienten und dem Behandlungsteam entwickelt sich während dem Untersuchungsprozess und ist bestimmend über den gesamten Zeitraum der Behandlung.

In der Kinderzahnheilkunde sollte auf folgendes geachtet werden:

  1. Akzeptieren Sie das Temperament des Kindes und versuchen Sie nicht es zu ändern.

  2. Zeigen Sie Interesse in Dingen die für das Kind wichtig sind.

  3. Seien Sie ehrlich zu dem Kind. Benutzen Sie Wörter die das Kind verstehen kann.

  4. Die Begleitperson / Eltern können während der Behandlung anwesend sein.

  5. Halten Sie Augenkontakt und beachten Sie die Privatsphäre des Kindes.

  6. Beginnen Sie immer mit der einfachsten Behandlung.

  7. Es sollte eine freundliche Atmosphäre im Wartezimmer sowie im behandlungszimmer herrschen.

  8. Seien Sie fröhlich, aufmunternd und reden sie constant mit dem Kind. (Positives Feedback)

  9. Kontrollieren- und nehmen Sie die non-verbalen Zeichen des Kindes wahr. Diese sind die Hauptinformationsquelle.

Behinderungen

Es kann allgemeine Behinderungen geben die die Zeiteinteilung der Untersuchung und der Behandlung beeinflussen können. Auch wenn es Leitfäden für die Behandlung solcher Patienten gibt, ist es ratsam einen Allgemeinarzt zu konsultieren.

Kardiovaskuläre Probleme (kongenital oder erworben)

Prävention von dentalen Erkrankungen ist bei Patienten mit Kardiovaskulären Problemen besonders wichtig. Bei invasiven Behandlungen ist eine Antibiotikaprophylaxe erforderlich.

Störungen des Blutsystems
Blutuungsstörungen (Haemophilie, Von Willebrand Krankheit, Thrombocytopenie)

Die Verständigung mit einem Hämatologen ist erforderlich, in manchen Fällen ist ein Austausch von Gerinnungsfaktoren nötig. Regionale Anästhesie (Nerven Block) sollte vermieden werden.

Blutmangel (Anämie, Leukämie)

Anämische Patienten haben eine höhere Anfälligkeit für exzessive Blutungen. Bei Patienten mit Leukämie ist die Prävention essentiell. Es sollten keine zusätzlichen Behandlungen durchgeführt werden bis zu einer Remission des Krankheiten.

Respiratorische Störungen (Asthma, Zystische Fibrose)

Zahnärztliche Behandlungen von Asthmapatienten ist normalerweise kein Problem. Der Inhalator sollte in Reichweite sein während der Behandlung. Generelle Anästhesie sollte vermieden werden bei Patienten mit zystischer Fibrose.

Konvulsive Störungen (Epilepsie)

Manche antiepileptische Medikamente (Phenytoin) verursachen eine Gingiva Hyperplasie. Herausnehmbare Prothesen sollten vermieden werden.

Metabolische und endokrine Störungen
Diabetes mellitus

Prävention ist sehr wichtig bei Patienten mit Diabetes Mellitus. Sie gehören zu Hochrisikogruppe für Karies. Bei der Behandlungsplanung sollten Termine am morgen bevorzugt werden, nachdem der Patient gefrühstückt hat und seine Medikamente eingenommen hat.

Hyperthyreose

Lokalanästhetika die Noradrenalin enthalten sollten vermieden werden.

Neoplastische Störungen, die Nebenwirkungen des Tumorerkrankungen

Die oralen Symptome von neoplastischen Störungen besonders dringlich klassifiziert werden (Mucositis, Exacerbation einer oralen inflammatorischen Erkrankung). Späte Symptome können therapiert werden (Radiotherapie der Kopf und Halsregion kann zu vermindertem Speichelfluss führen.)

Organtransplantationen

Es ist nötig vor der geplanten Transplantation eine zahnärztliche Behandlung durchzuführen. Alle Zähnen bei denen die Prognose fraglich ist müssen entfernt werden.

Pharmakologisches Managment von Schmerz, Fieber und Angst

Systhemisches Fieber und Schmerzreduktion

Es ist wichtig Analgesie von Anästhesie zu unterscheiden.

  • Analgesie: Verminderung oder Verlust von Schmerz. Kein Mangel an Gefühl

  • Anästhesie: Mangel an Gefühl zusammen mit Analgesie.

Fieber: Eine Kerntemperatur über 37,9°C. Eine Temp. über 37,5°C oral und 37,2°C axial, während des Tages. Eine Reduktion des Fiebers kann erziehlt werden durch ausziehen des Kindes, kalte Bäder (langsam fallende Wassertemperature, da zu kaltes Wasser einen negativen Effekt durch Schüttlefrost auslösen kann, der die Temp. wieder ansteigen lässt.) oder mit kalten Kompressen. In einem zu warm angezogenen Kind gibt es die Möglichkeit der Hyperthermie. Diese Methoden sind effektiv und sollten neben der Pharmakologischen Behandlung verwendent werden.

Schmerz: Scherz ist eine unangenehme Sensorische oder emotionale Erfahrung, die mit Akutem oder potentiellem Bewebeschaden einhergeht. Die Beurteilung ist schwierig, man kann Schmerz nicht messen daher muss man auf Gestikulationen oder Grimassen achten und sie deuten. Außerdem sollte man die Eltern zurat ziehen um Schmerz besser zu deuten.

Viele Antiinflamatorische analgetische und antipyretische Pharmaka sind auf dem Markt. Sie können verschieden Klassifiziert werden und varieren auch viel. Im allgemeinen werden non Opioid Medikamente verwendet.(Da Opioide eine Athemdepressive Wirkung haben.) Die Verwendung von ASS / Aspirin (NW: REYE Syndrom eine womöglich tötliche Hepathoencephalopathie) oder Metamizol (NW: Agranulozytose) sind auch nicht empfohlen.

Paracetamol (acetaminophen)

Antipyretisch und mild analgetisch. Der Effekt variert jedoch individuel. Es hat jedoch keine antiinflammatorische Wirkung. Der genaue Mechanismus ist jedoch noch nicht klar aber es gilt nicht als NSAID da es keine signifikante anti-inflamatorische Wirkung hat. Überdosierung kann ernsthafte Leberschädigung zur folge haben. Wegen der geringen Nebenwirkungen kann es jedoch als gute alternative zu den NSAIDen betrachtet werden, besonders in Risikopatienten. Die normale Dosis ist 15 mg/kgKG maximal 50 mg/kgKG pro Tag aufgeteilt auf 4-6 Portionen. Nie länger als 5 Tage , nach dieser Zeit lieber auf eine andere Substanz umsteigen.

Tabelle 2.4. Tabelle 4. – Paracetamol Dosierung

Verfügbare FormenVerpackungDosis
Tabletten500 mg10-15 mg/kgKG, alle 6 bis 8 h max. 50 mg/kgKG/Tag Die Einzeldosis kann nach 4 h wiederholt werden aber nie öffter als 4 mal am Tag. Dosis der Suspension je nach Gebrauchsanweisung
Suspension120 mg/5 ml
Sirup200 mg/5 ml
Analtorpedo125 mg, 250 mg, 500 mg, 1000 mg


Ibuprofen

Ein weit verbreitetes NSAID mit antiinflamatorischem Effekt und wirkt gut schmerzlindernd. Normalerweise in Europa ohne Rezept erhältlich.

Tabelle 2.5. Tabelle 5. – Ibuprophen Dosierung

FormenWirkungsstoffDosierung
Suspension100 mg/5 ml (Erdbeer und Orange Geschmack) 3-6 Monat: 2x2,5ml 6-12 Monat: 3-4x2,5ml 1-3 Jahr:   3x 5 ml 4-6 Jahr 3x 7,5 ml 7-9 Jahr: 3x10 ml 10-12 Jahr: 3x15 ml
Tabletten100 mg, 200 mg20-30 mg/KGkg pro Tag
Suppositorium60, 125 mgIndividuelle Dosierung: 30 mg/KGkg/Tag in 3-4 Teilen
Tabletten200-400 mg3-4 x 5-10 mg/KGkg


Diclofenac

Its ein sehr effektives NSAID mit antiinflamatorischem Effekt. Es kann Fieber senken und Schmerz reduzieren. Die Wirkzeit liegt ungefähr bei 12 h. Die vorgeschlagene Dosis liegt bei 0,5-2 mg/KG kg pro Tag aufgeteilt auf 2-3 Mal.

Tabelle 2.6. Tabelle 6. –Diclofenac Dosierung

FormenPackungDosierung
Tropfen (suspension)15 mg/ml 0.5 mg/Tropfen0.5-2 mg/Körpergewichtkg/Tag 1-4 drops/ Körpergewichtkg/Tag in 2- 3 Teilen
Tabletten25 mg0,5-2 mg/ Körpergewichtkg/Tag in 2 - 3 Teilen
Tabletten25–150 mgFür Kinder bis 14 Lebensjahr 75-100 (150 mg) mg /Tag in 2 - 3 Teilen


Kombination von analgetischen und antipyretischen Medikamenten

In Besonderen Fällen, bei Infektiösen Krankheiten reicht der Analgetische und antipyretische Effekt nicht aus. Die unangenehmen Symptome könnten nach 1-2h wiederkommen. Zusätzliche Kühlungsmethoden sollten ergänzt werden um die Temperatur zu senken. Eine andere Möglichkeit ist der kombinierte Einsatz von analgetischen Medikamenten, die jedoch alle 4-5 h gewechselt werden sollten und nicht länger als 24-36h eingesetzt werden sollten (nur akute Krankheitsphase)

Supportivtherapie bei Fieber und Schmerz
  • Gesteigerte Flüssigkeitszufuhr

  • Blutglukosespiegel konstant halten

  • Elektrolytzufuhr

Lokalische Anesthetika

Localanästhetika gibt es in verschiedenen Formen bei verschiedenen Indikationen. In der Zahnmedizin werden entweder Topische Anästhetika oder Injektionsanästhtika verwendet (mit oder ohne Adrrenalinzusatz). Das Adrenalin wirkt Vasokonstriktorisch, welches die Wirkzeit verlängert, Blutung minimiert und die Systemischen Nebenwirkungen verringert.

Lidocain hydrochloride Injektion

Ist ein Amid Typ Lokalanästhetikum und Antiarrhytmikum. Die Maximale Dosis von Lidocain ohne Adrenalin ist 4,5mg/kgKG, mit Adrenalin 7mg/kgKG. Die Maximale Dosis von Adrenalin ist 1-2mg/ Körpergewichtkg mit einer max. Konzentration von 10mg/l. Viele verschiedene Konzentrationen sind erhältlich (1% 2% und 10%). In der Zahnmedizin wird die 2%ige Variante in der 2ml Ampulle mit oder ohne Adrenalin verabreicht.( 2ml enthält 40mg Lidocain und 0,02mg Adrenalin, wenn enthalten). Bei Kleinkindern könnten verdünnte Lösungen verwendet werden. (0,5-1%)

Articain Hydrochlorid Injektion

Ist eine Amid Typ Lösung immer in 4%iger Konzentration mit entweder 1:80000, 1:100000 oder1:200000 Adrenalinzusatz. Normalerweise bei einem Kind mit 20-30 kg werden 0,25-1 ml verwendent bei Brocken mit 30-45kg 0,5-2 ml. Die max. Dosis ist 7mg Artikain / kgKG (0,175ml/kgKG). Articain sollte erst ab dem 4. Lebensjahr verabreicht werden.

  • Ultracain DS Forte: enthält 0,024 mg Epinephrin-Hydrochlorid und 80mg Articain-Hydrochlorid in 2ml Ampullen. Max. Dosis ist 7 mg/kgKG

  • Ubistesin: 1 ml Lösung enthält 40 mg Articaine Hydrochloride und 0,005 mg (1:200000) Adrenalin Hydrochloride. Die 1.7 ml Ampullen enthalten 68 mg Articaine Hydrochloride und 0,0085 mg Adrenalin-Hydrochloride).

  • Ubistesin forte: 1 ml Lösung enthält 40 mg Articaine Hydrochloride und 0,01 mg (1:200000) Adrenalin Hydrochlorid. Für längere Behandlungen und Operations enpfohlen.

  • Septanest: enthält 68 mg Articain Hydrochlorid und 0,017 mg Adrenalin in 1,8 ml Ampullen.

Bupivacaine-Hydrochlorid Injektion

Ist vom Amidtyp und ein langwirksamen Lokalanästhetikum. Die Lösung wird in 2,5 mg / ml (50 mg Bupivacain Hydrochlorid / Ampulle) und 5 mg / ml (100 mg bupivacaine-hydrochloride/Ampulle) Konzentration in 20 ml Ampullen vertrieben."Bupivacaine ist in der Regel nicht für Kinder jünger als 12 Jahre, da es nicht genügend Informationen über die Auswirkungen ihrer Verwendung in dieser Altersgruppe gibt".(WHO Modell Fachinformation: Drogen werden in Anästhetika verwendet).

Instrumente der Lokalanästhesie

Instrumente der lokalen Infiltrationsanästhesie

  • Einmal-Spritze und Nadel.

  • Stift-artiges Gerät(Paroject ®-Abbildung 5.) enthält Zylinderampullen, ermöglicht eine langsame nicht-traumatische Injektion. Ein zurückziehen ist nicht möglich. Obwohl nur ein Teil der Lösung aus der Ampulle eingespritzt wird, darf es trotzdem nicht noch bei anderen Patienten (Gräf W, 1981) verwendet werden.

  • CCLADS (Computer gesteuerte Örtlich betäubt Delivery System-Abbildung 6) minimiert Druck und Schmerzen während der Infiltration. Studien ergaben keinen Unterschied im Schmerz-Scores.

Abbildung 2.5. Illustration 5. – Stift-artiges(Paroject®) Gerät

Illustration 5. – Stift-artiges(Paroject®) Gerät

Abbildung 2.6. Illustration 6. – CCLADS Computer Controlled Local Anaesthetic Delivery System

Illustration 6. – CCLADS Computer Controlled Local Anaesthetic Delivery System

Lokalänästhesie

Lidocaine spray

3,80 g lidocaine in 38g alkoholischer solution (10% concentration). Ein Sprühstoß enthält 4,8 mg lidocaine. Es penetriert 1-2 mm tief in die orale mucosa, diese limitiert seine Verwendungsmöglichkeiten. Ein weiterer Nachteil bei Kindern ist, dass ein Sprühstoß in der Mundhöhle ein Atemstillstand hervorrufen kann. Das Auftragen ist mit einem Wattebausch empfohlen. Wegen der hohen Konzentration von Lidocain ist nur ein professioneller Gebrauch erlaubt.

Dentinox® gel

1g Gel enthält 150 mg Kamille Tinktur, 3,4 mg Lidocain Hydrochloride-Monohydrat und 3,2 mg Macrogol-Lauryl-Ether. Aufgrund der geringen Konzentration an Lidocain ist es für den privaten Gebrauch, vor allem bei Schmerzen in zusammenhang mit Kinderkrankheiten, anzuwenden.

Lidocain ointment

Enthält eine 5 %-ige Konzentration, kann sowohl in der zu Hause verwendet werden als auch professionell.

Anesthetic suspension

Enthält Benzocain in 3 Konzentration. Grundsätzlich süß, kann aber in besonderen Aromen verschrieben werden. Die aromatisierten Suspensionen enthalten Saccharose, dies sollte bei einer langen Anwendung berücksichtigt werden. Es ist für den Hausgebrauch vorgesehen.

Benzocaine-gel für professionellen lokalen Gebrauch: 20% concentration

20%-ig Konzentration. Es wird von Kindern wegen des Aromas bevorzugt (Gescmacksrichtungen sind: Kaugummi, Butter, Menthol, Pina Colada,Waldbeere). Es dringt 2-3 mm tief in die Mundschleimhaut ein. Laut der Bedienungsanleitung , tritt die Wirkung in 10-30s ein, nach unseren Beobachtungen dauert es jedoch länger.

Tabelle 2.7. Tabelle 7. – Verwendungsart der Lokalänäthetika

HauptbestandteilName des MedikamentMax. Dosis10kg Körpergewicht20 kg child
LidocainLidocain 2%4,5 mg/KGkg45 mg → 2,25 ml90 mg → 4,5 ml
Lidocain 2%-adrenalin 1:100 0007 mg/KGkg70 mg → 3,5 ml140 mg → 7 ml
ArticainUbistesin (4% articain, adrenalin   1:200 0007 mg/KGkgNach 4 Jahren20-30 kg 1,5 ml/Behandlung, 2,5 ml/24 Stunden 30-45 kg 2 ml/Behandlung 5 ml/24 Stunden
Ubistesin forte (4% articain, adrenalin   1:100 000
Ultracain DS Forte
BupivacainMarcain/ Bucain 0,25;0,5%2 mg/KGkg20mg → 8ml;4ml40 mg → 4ml;2ml


Prinzipien und Methoden der Lokalanästhesie

Grundsätze der Infiltration und Leitungsanästhesie bei Kindern:

  • Die schriftliche Einwilligung der Eltern und genaue Anamnese ist erforderlich

  • Kommunikation mit dem Kind ist wichtig , immer beschreiben was man macht, was passieren wird, und wie es sich anfühlen wird (das Taubheitsgefühl dem Kind erklären)

  • Lokalanästhesie ist vor der Injektion erforderlich

  • Kurze und feine Nadeln werden empfohlen, sogenannte Einweg-Nadeln werden verwendet (25G, 27G, 30G)

  • Leitungsanästhesie : bis zum Durchbruch des ersten unteren Molaren liegt das Foramen mandibulae in der Höhe der Okklusionsebene der Milchmolaren. Nach der Erruption befindet es sich 1 cm über der okklusionsebende.

  • Unterstützung ist erforderlich (Festsetzung der Kopf des Kindes)

  • die Infiltration muss langsam mit warmer Narkose Lösung gemacht werden

  • Der Patient sollte vermeiden, zu essen, bis die Betäubung anhält(sonst Schädigung der Schleimhaut)

  • Schritt für Schritt-Ansatz, wir geben nie eine Injektion beim ersten Termin, wir beginnen auf der am wenigsten schmerzhaften Seite (Oberkiefer bukkal Infiltration)

  • Vortäuschen einer Injektion kann die Angst vor der Nadel reduzieren

Schmerzfreie Anästhesie und transpapillären Technik:Die entsprechende Technik, eine schmerzfreie Betäubung ist in Abbildung 7 gezeigt. Nach der topischen Verabreichung des entsprechenden Lokalanästetikums, soll man langsam die Lösung verabreichen und die Nadel sollte immer nur im narkotisierten Bereich eingesetzt werden. In den Fällen der chirurgischen Behandlung, ist eine palatinale Anästhesie ebenfalls erforderlich. Nach der Injektion folgt die Anästhesie buccal über die Papillen, die Nadel soll schrittweise vorgeschoben werden. Schließlich gelangt die Injektion direkt bis an die Gaumenschleimhaut.

Abbildung 2.7. Illustration 7. – Die Schritte einer schmerzfreien Anästhesie: 1. Lokalanästhesie mit Wattestäbchen oder Wattebausch auftragn. 2-5 die schrittweise Verabreichung des Anästhetikums

Illustration 7. – Die Schritte einer schmerzfreien Anästhesie: 1. Lokalanästhesie mit Wattestäbchen oder Wattebausch auftragn. 2-5 die schrittweise Verabreichung des Anästhetikums

Verhaltens Management

Angemessene Kommunikation kann den Kindern die Angst nehmen. Mit Lokalanästhesie kann eine fast vollständige Schmerzlosigkeit erreicht werden. Bei Bedarf kann das Verhaltens-Management mit Sedierung unterstützt werden. In einigen Fällen ist die Vollnarkose die einzige Lösung (mentale Retardierung, kleine Kinder, große chirurgische Eingriffe, etc.). Die Diskussion über die Vollnarkose gehört nicht zu diesem Thema. In der ambulanten Behandlung ist die Sedierung eine anerkannte Methode des Verhalten-Managements. Die Regelungen der Sedierung kann sich in den verschiedenen Ländern unterscheiden. Der Einsatz von Distickstoffmonoxid, das üblicherweise als Lachgas bekannt ist, ist eine anerkannte Methode der Sedierung.

Andere Möglichkeiten sind die verschiedene Bezodiazepin derivaten.

Midazolam

Kurzwirksames Benzodiazepin-Derivat, meist zur Sedierung verwendet. Erhältlich in vielen Formen (intravenöse oder intramuskuläre Injektion, Klysma), aber am meisten verwenden wir Suspensionen (1mg/ml) und Tabletten (7,5 mg und 15 mg). Die Dosis liegt zwischen 0,3-0,5 mg/kg Körpergewicht. Wir empfehlen die Verwendung der geringsten Dosis, die für eine Wirkung nötig ist. Bei den Nebenwirkungen sind Atemdepressionen (kontraindiziert bei Patienten mit Erkrankungen der Atemwege) zu erwähnen. Gelegentlich kann eine paradoxe Wirkung auftreten. Der Wirkungseintritt ist etwa 20-30 Minuten nach der Verabreichung. Es verursacht kongrade und anterograde Amnesie. Das Kind sollte bis zum Ende der Wirkungsdauer niemals unbeaufsichtigt gelassen werden.

"Sobald der Patient den Zustand des Bewusstseins wiedererlangt, kann er entlassen werden" Dies sollte nach etwa 3-4 Stunden sein.

Antibiotika Behandlung

Der konservative Einsatz von Antibiotika ist erforderlich, um die Gefahr bakterieller Resistenzen zu reduzieren. Der Patient hat der ärztlichen Anordnung zu folgen. Durch unzureichende Antibiotikatherapie (Unterdosierung, kurzzeitige Verabreichung) kann auch eine Resistenz entstehen. Orale Wunden können als sauber, potenziell kontaminiert oder kontaminiert eingestuft werden. Im Falle einer kontaminierten Wunde ist eine Antibiotikatherapie von mindestens 5 Tagen erforderlich (in der Regel 5-7 Tage je nach Antibiotikaauswahl). Eine antibiotische Behandlung ist bei dentalen Infektionen, die sich auf die Pulpa und periapikale Entzündungen beschränken, nicht erforderlich (Pulpitis, apikale Parodontitis, Sinustrakt oder lokalisierte intraorale Schwellungen)

  • Akute Schwellungen im Gesicht, die dentalen Ursprungs sind, erfordern in der Regel eine Antibiotika-Behandlung. Manchmal ist eine ärztliche Überweisung und intravenöse Therapie erforderlich.

  • Eine Chronische Parodontitis erfordert eine langfristige Antibiotikatherapie vor allem, wenn sich eine Immunschwäche im Hintergrund befindet.

  • Virale Infektionen sollten nie mit Antibiotika behandelt werden. In einigen Fällen ist eine antibiotische Prophylaxe erforderlich.

Zahnentwicklungsstörungen und ihre Behandlung

Entwicklungsstörungen können als zahnärztliche Entwicklungsstörungen und Kranio-faziale Anomalien eingestuft werden. Kranio-faziale Anomalien (Cleidocraniale Dysplasie, etc.) und die damit verbundenen Syndromen (Crouzon Syndrom, etc.) lassen sich in der Regel auf genetischen Störungen zurückführen. Gesichtsspalten sind multifaktoriellen Ursprungs (Umwelt, Genetik). Diese Entwicklungsstörungen werden fächerübergreifend behandelt. Es besteht eine Zusammenarbeit zwischen Kiefer-Chirurgie, Pädiatrie, Genetik und vielen anderen, Kinderzahnarzt und Kieferorthopäde mit einbezogen. Diese In der Regel sind diese Krankheitsbilder mit zahnärztlichen Entwicklungsstörungen verbunden.

Tabelle 2.8. Tabelle 8.– Zahnentwicklungsstörungen bezogen auf das Entwicklungsstadium

Entwicklungs-stadiummögliche Störungen
Entwicklung der Zahnleiste

Anodontie (kann mit ektodermaler Dysplasie verbunden sein-ED)

Verdopplung der Zahnbögen
Induktion und Proliferation

Veränderungen in der Anzahl der Zähne:

Oligodentie (isoliert oder mit ED verbunden) (Abbildung 8.)

Zahnüberzahl (z.B. Mesiodens)

Doppelzahnbildung oder fusionierte Zähne, Zahnverwachsung (Abbildung 9.)

Primordiale Zysten und odontogene Tumore

Histologische Differenzierung

Odontom

regionale Odontodysplasie

Veränderungen in der Größe (z.B. Griffelzahn beim lateralen Schneidezahn - Abbildung 10.)

Dens invaginatus (Abbildung 11.)

Dens evaginatus

Carabelli Höcker, Talon Höcker

Hutchinson´s Schneidezahn und Maulbeerenzahn (angeborene Syphilis)

überzählige Wurzeln

Taurodontismus

Schmelzperlen

Dilazeration

Fehlbildung des Dentins

Dentindysplasie

Dentinzysten

Dentinogenesis imperfecta (könnte mit Osteogenesis imperfecta verbunden sein)

Fehlbildung des Schmelzes

Schmelzhypoplasie

Fluorose

Amelogenesis Imperfecta /Abbildung 8.)

Turner-Zahn (Abbildung)

Zahndurchbruch

frühzeitiger oder verspäteter Zahndurchbruch

natale und neonatale Zähne

ektopischer Durchbruch

Eruptionszyste

Transposition (Abbildung 9.)

Impaktion

arretierte Wurzelentwicklung aufgrund systemischer Krankheit


Abbildung 2.8. Illustration 8. – Hypodontie

Illustration 8. – Hypodontie

Abbildung 2.9. Illustration 9. – Fusion der Zähne. Verglichen mit der Gemination gibt es einen UNterschied in der Anzahl (weniger)

Illustration 9. – Fusion der Zähne. Verglichen mit der Gemination gibt es einen UNterschied in der Anzahl (weniger)

Abbildung 2.10. Illustration 10. – Zapfenförmiger lateraler Schneidezahn

Illustration 10. – Zapfenförmiger lateraler Schneidezahn

Abbildung 2.11. Illustration 11. – Dens invaginatus. Preoperatives Röntgenbild, mit periapikaler Läsion (links), nach der Behandlung (rechts)

Illustration 11. – Dens invaginatus. Preoperatives Röntgenbild, mit periapikaler Läsion (links), nach der Behandlung (rechts)

Abbildung 2.12. Illustration 12. – Amelogenesis imperfecta

Illustration 12. – Amelogenesis imperfecta

Abbildung 2.13. Illustration 13. – Transposition von 1.2 und 1.3

Illustration 13. – Transposition von 1.2 und 1.3

Vorschläge für die Therapie von Zahnentwicklungsstörungen

1. Veränderungen in der Anzahl der Zähne

  • Hypodontie: Orthodontische und prothetische Behandlung. Die prothetischen Versorgungen sollten mit den Prinzipien der prothetischen Versorgung von Kindern übereinstimmen.

  • Dens supernumerarius (auch.: Mesiodens): Meistens Extraktion oder chirurgische Entfernung.

2. Gemination, fusionierte Zähne, Größenveränderungen, Mehrere Wurzeln, Turner Zahn: Abhängig von der Form des Zahnes und den Bedürfnissen des Patienten sind preventive (Fissurenversiegelung) oder restaurative Behandlungen nötig. Besonderes Augenmerk liegt auf der Kariesprävention.

3. Concrescence: Der Verbund von zwei Zähnen (können supernumerarisch sein) durch den Zement: Präventive Behandlung, in manchen Fällen kann eine Extraktion nötig sein.

4. Primordiale Zysten, odontogene Tumore: Nach der genauen Diagnose ist chirurgische und onkologische Behandlung nötig.

5. Dens invaginatus, evaginatus, Carabelli Höcker, Krallenhöcker: Nach dem Entdecken ist eine sofotige präventive Behandlung notwendig. Sie sind anfälliger für Karies. Wurzelkanalbehandlung bei Dens invaginatus ist schwierig und kann manchmal auch zu Extraktion führen.

6. Hutchinson Schneidezahn: Teil der Hutchinson Trias (Keratitis parenchymatosa, Cochlear Nerv Degeneration (Taubheit), Dentale Störungen). Heutezutage sehr selten. Grundlegend ist infektiologische und dermatologische Behandlung angezeigt. Die Zähne können wiederhergestellt werden.

7. Regionale Dentin Dysplasie, Dentinogenesis imperfecta, Amelogenesis imperfecta und Schmelz Hypoplasie sind histologische Störungen welche manchmal schwer zu diagnostizieren sind. Es ist erwünscht die Ätiologie festzustellen; Der Behandlungsplan basiert auf den erwarteten therapeutscihen Vorteilen und Risiken. (Restaurationen, präventive Behandlungen, Extraktion, orthodontische und prothetische Therapie).

8. Taurodontismus: Wurzelkanal Entwicklungsstörung. Wurzelbehandlungen sind in diesen Fällen sehr kompliziert. Präventive Behandlungen und regelmäßige Untersuchungen werden empfohlen.

9. Dilaceratio: Aufgrund eines Traumas während der Entwicklung entsteht eine abnormale Angulation der Wurzel. Kann zur Impaktion des Zahnes führen. Wenn die Zähne durchgebrochen sind sind endodontische und orthodontische Behandlungen schwierig. Manchmal ist die chirurgische Entfernung indiziert.

10. Schmelzperle: Zum Zeitpunkt der Entdeckung kann es periodontale Probleme verursachen. Extraktion kann indiziert sein.

11. Ektopische Eruption, Transposition, Impaktion: Chirurgische oder kieferorthopädische Behandlung ist notwendig.

12. Fluorose: Abhängig vom Schweregrad muss Mikro Abrasion oder andere restaurative Maßnahmen durchgeführt werden.

13. Premature Eruption: Grundlegend ist keine Intervention erforderlich, preventive Maßnahmen jedoch schon.

14. Verzögerte Eruption: Kann kieferorthopädischer Behandlung bedürfen.

15. Connatale or neonatale Zähne: Die premature Eruption der primären Schneidezähne. Die Wurzel ist noch nicht vollständig entwickelt, dies kann zu exzessiver Beweglichkeit führen. In diesem Fall kann es zu Ernährungsproblemen kommen. Bei exzessiver Mobilität ist Extraktion indiziert.

16. Eruptionszyste: Harmlose bläuliche Schwellung der Mucosa um und über dem durchbrechenden Zahn. Allgemein ist keine Behandlung nötig, die Schwellung verschwindet von alleine. Bei Blutung, Infektion oder ästhetischen Problemen kann eine Exzision vom Dach der Zyste nötig sein.

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